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25. November 2008

Supermakt, Joghurt, Melancholie

Geschrieben von Edward Philips in Allgemein

Wie fühlt sich wohl ein Joghurt, der im Supermarkt runtergefallen ist? Mir passiert es immer mal wieder. Entweder Joghurt, Schlagsahne oder Schmand. Ab und zu geht was zu Boden. Nicht absichtlich. Ich gehe dann beschämt zu einem Supermarktmitarbeiter und sag ihm was passiert ist und entschuldige mich dafür.
Das letzte mal als mir so was passiert ist war es Joghurt. Ich wollte nur noch mal schnell einkaufen vor dem bösen Sonntag und dann weiter. Dieser Joghurt spritze mir an meine frisch gewaschene schwarze Hose. Ärger überkam mich. Ich war stinksauer. So sauer bin ich zu einem Mitarbeiter gegangen und der hat ein ganz klein wenig von meiner Sauerheit abbekommen, vollkommen ungerechtfertigt. Das tat mir leid. Dann fiel mir meine Hose wieder ein. Schöne scheiße. Aber da kann man nichts machen. Ich beendete meinen Einkauf und ging nach Hause, sortierte die gekauften Waren weg und kümmerte mich um meine Hose. Dann bin ich losgefahren.
Ich saß in der Tram und hörte Nick Cave bei seinem “Song of Joy” zu, als mir der Joghurt in den Sinn kam. Ich hatte mich keine Sekunde um ihn gekümmert. Er fiel zu Boden, mir scheiß egal, er machte mein Hose dreckig, welch Sauerei. Ich entschuldigte mich bei dem Supermarktmitarbeiter für meine Garstigkeit ob meines Ärgers der dreckigen Hose wegen. Aber nicht bei dem Joghurt. Ich hatte ihn verletzt. Sein Plastikbecher war der länge nach aufgerissen. Es sah furchtbar aus. Einige Fruchtstückchen blieben im Schlitz hängen. Mir war es vollkommen egal. Auch wenn es nicht mit Absicht war, was ich ihm angetan hatte. Ich konnte nicht ein mal mehr zurück um mich zu entschuldigen. Erstens hatte der Supermarkt geschlossen, zweitens lag der Becher im Müll bei der Kasse. Ich konnte mich nicht entschuldigen für die Ignoranz seiner Gefühle, nicht dafür, dass ich es überhaupt getan hatte. Kurzum, ich fühlte mich schlecht. Ich fühlte mich wirklich schlecht. Vielleicht wurde meine miese Stimmung durch Nick Cave ausgelöst (unwahrscheinlich, er macht mich immer fröhlich und beschwingt), durch das leicht geschüttelte Bier (macht mir eigentlich nichts aus, es verdienen halt nicht alle Tramfahrer diese Bezeichnung) oder das halb-nass-oh-wind-schmuddel-plötzlich-wieder-kalt-Wetter, dass an diesem Abend herrschte (ist nur Grund zum ärgern wenn man gerade aufsteht). Ich denke es war der Joghurt.
Das war schlimm, aber manchmal kann sich nicht mehr entschuldigen. Das geht einfach nicht mehr. Dann ist es einfach zu spät.

6. November 2008

Wenn es nicht hell wird …

Geschrieben von Edward Philips in Allgemein

Man bewegt sich im Dunkeln. Während man schläft, kann nichts dagegen tun. Man bewegt sich im schlaf, das ist halt nun mal so. Dann wacht man auf, weil es draußen hell wird oder weil der Wecker klingelt. Je nachdem, das ist individuell verschieden. Ich bin heute morgen aufgestanden weil der Wecker klingelte. Dann bin ich ins Bad. Als da wieder heraus kam hab ich mich gefragt: “Wieso ist es eigentlich noch Nacht?” Ein Blick auf die Uhr schaffte Gewissheit: Es ist kurz nach neun und ich bin eigentlich viel zu spät dran. Aber es ist verdammt noch mal dunkel draußen. So etwas finde ich sehr blöd. Ich hab mich damit abgefunden, das ich mich bewege wenn ich schlafe. Aber mich zu bewegen, wenn es dunkel ist, zu einem Zeitpunkt an dem es eigentlich schon hell sein sollte, lässt mich zu der Annehme kommen: Du bist hier fehl am Platz! Kann man mit so einem Gefühl einen Tag beginnen? Wird aus diesem Tag noch etwas?
Immer wenn ich aufstehe wenn es draußen noch dunkel ist, hab ich das Gefühl es sei 19 Uhr, ich sollte jetzt zu abend essen sollte und mich dann mit einem Superhelden in meinem 2ten Wohnzimmer zu treffen und Schach zu spielen.
Aber auf gar keinen Fall hab ich das Gefühl, dass vor mir ein erlebnisreicher und produktiver Tag liegt. Vielleicht eine interessante Nacht, aber kein Tag. Eigentlich bin ich dann nicht fehl am Platz, sondern der Tag.
Genauso sieht es draußen auch aus. Der Tag hat mal kurz vorbei geschaut, ist etwas peinlich berührt und kommt nicht richtig durch die Tür, weiß aber, dass er eigentlich da durch muss und reckt deswegen dann 10 Stunden lang den Kopf durch die Tür, traut sich aber nicht komplett herein zu kommen.
Was zieht man daraus für Schlüsse? Wie reagiert man darauf? Man kann es natürlich ignorieren. Man kann sich aber genauso wie der Tag selbst es tut, vor der Pflicht drücken. Das entschuldigt aber niemand. Wieso nicht? Der Tag hat auch keine Entschuldigung. Also liebe Weltlenker, klagen sie erst die armen Irren an, wenn der Tag ein gutes Alibi hat.

Danke fürs lesen.

5. November 2008

Blog-Wurst

Geschrieben von Edward Philips in Heidewitzka

Er schrie: “Oh, Duschhelm, du Schelm, wo warst du als ich mich stieß?”, kletterte aus dem Keller, stelle sein Teeglas in die Spüle und begann im Kreis zu tanzen.