2. April 2008
Man kennt das ja, man sitzt in der Tram oder U-Bahn, weiß das man noch ein ganzes Stückchen Strecke vor sich hat und holt erleichtert seinen Mp3-Player hervor und freut sich, dass einem die Technik etwas beschert hat, dass einem hilft die Zeit tot zu schlagen. Doch anstatt sofort etwas zu finden, was man in seine Gehörgänge leiten kann, steht man vor dem fast unlösbarem Problem: Was soll ich mir anhören? Als es noch die guten alten Walkmans gab, die noch mit einem Magnetband gefüttert wurden, war die Entscheidung einfach: Man hatte nur eine oder vielleicht 2 Kasetten dabei. Da ist die Entscheidung schnell gefallen. Nun sitzt man da und hat 8 GB Musik in der Hosentasche und weiß nicht was man sich anhören soll. Ist das nun ein Fortschritt oder ein Rückschritt. Der Mp3-Player soll uns die Zeit vertreiben, aber eigentlich indem er Musik spielt und nicht damit, dass er uns mit der Frage quält was man sich den zu Gemüte führen sollte um den größtmöglichen Hochgenuss an Zeitvertreib genießen.
Ich bin deswegen immer öfter mit einem Buch unterwegs. Das ist zwar größer, unhandlicher, aber man hat dann nur die eine Möglichkeit was man in der U-Bahn, außer dem auch ganz interessanten “Leute beobachten”, machen kann. Die Problematik bei einem Buch ist, dass man wenn man umsteigt, aufhören muss zu lesen, das kann sehr hinderlich für den Fluß der Geschichte sein. Aber immer noch besser als sich eine halbe Stunde durch die Musiksammlung zu quälen, die man dann doch nicht so genießen kann, weil einem das Kind im Kinderwagen, die Betriebsgeräusche des Vehikels in dem man sich befindet oder die Handymusik eines anderen Fahrgastes einen Strich durch die Rechnung machen.
Man könnte ja auch mit dem Fahrrad fahren …